Wie man eine emotionale Verbindung aufbaut

Wir wünschen uns, gesehen, verstanden, akzeptiert und geliebt zu werden – ganz natürliche Bedürfnisse, die in Beziehungen mit der nötigen Sicherheit und Tiefe erfüllt werden können. Die emotionale Verbindung aufzubauen, die für eine solche Beziehung notwendig ist, ist jedoch etwas, das vielen Menschen schwer fällt.

In diesem Blog Post wirst du erfahren, warum das so ist und wie du gezielt an dieser Verbindung arbeiten kannst. 

Häufig stehen uns auf der Suche nach einer emotionalen Verbindung ganz schön viele Hindernisse im Weg – sowohl auf unserer eigenen Seite, als auch auf der Seite der Person, zu der wir eine Beziehung aufbauen möchten:

So sammelt jede*r Einzelne von uns im Laufe des Lebens einen Haufen an kleineren und größeren emotionalen Stolpersteinen an, die zwischen uns und der Verbindung zu einer andere Person liegen (die wiederum ihren eigenen Haufen an Steinen mit sich trägt). Und manchmal treffen bei zwei Personen so viele Hindernisse aufeinander, dass gefühlt der ganze Weg blockiert ist. Das Resultat ist, dass wir uns zwar wünschen, diese Art von tiefer Verbindung zu leben – aber sie einfach nicht erreichen können. Das kann man nun entweder einfach so hinnehmen und Beziehungen ohne diese emotionale Verbindung führen – oder man kann versuchen, diese Hindernisse nach und nach zu überwinden. 

Wenn du diesen Beitrag liest, kennst du vielleicht auch die Schwierigkeiten, eine solche Verbindung aufzubauen, und möchtest daran arbeiten, deine Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Wenn das so ist, lies unbedingt weiter, denn du bist hier genau richtig!

Die Grundlagen emotionaler Verbindung

Wenn ich mit in einem Merkmal beschreiben müsste, was jene Menschen, die in der Lage sind, eine emotionale Verbindung einzugehen, von jenen unterscheidet, die es nicht sind, würde ich Folgendes sagen: Die Verbindung zu sich selbst. 

Falls du befürchtest, dass jetzt der Teil mit „du musst dich erst selbst lieben, bevor du jemand anderen lieben kannst“ beginnt, kann ich dich beruhigen – Selbstliebe ist nicht die Lösung für jedes Problem. Den Blick zunächst einmal auf dich selbst zu richten ist dennoch keine so schlechte Idee. Denn indem du mit dir selbst in Verbindung trittst, deine Muster und Bedürfnisse kennenlernst, kannst du beginnen, die Stolpersteine nach und nach aus dem Weg zu räumen und so die Verbindung zu anderen leichter zu machen.

Aber eins nach dem anderen: Wie genau kann man diese Verbindung zu sich selbst aufbauen?

Achtsamkeit & Raum

Emotionale Verbindung kommt – wie der Name schon vermuten lässt – nicht ohne Emotionen zustande. Genauer gesagt ohne das Zulassen, Verstehen und Teilen von Emotionen. 

Zu erkennen und zu verstehen, was in uns selbst und in anderen Personen vorgeht, und das auch richtig zu kommunizieren, ist wesentlich für eine gesunde Beziehung. Dabei ist es aus dem Grund wichtig, bei uns selbst anzusetzen, da wir kein Verständnis für die Gefühle anderer aufbringen können, solange wir das nicht auch für uns selbst tun können. Man kann es mit einer Fremdsprache vergleichen: Du wirst eine andere Person nicht verstehen können, solange du ihre Sprache nicht selbst auch gelernt hast.

All diese Kompetenzen lassen sich unter dem Begriff der „Emotionalen Intelligenz“ zusammenfassen – und diese lässt sich tatsächlich trainieren. Wenn du das tun möchtest, empfiehlt es sich, zunächst mal bei der Wahrnehmung zu beginnen: wie gut bist du darin, deine Gefühle wahrzunehmen, und zu identifizieren? Nehmen wir zum Beispiel an, du fühlst dich nicht gut – kannst du benennen, welche Emotionen dahinter stecken und was diese ausgelöst hat? Oft ist das gar nicht so eindeutig und leicht zu bestimmen – mit ein wenig Übung wirst du aber bemerken, dass du viel besser darin wirst. Du hast dann schon den ersten Schritt in der Verbindung zu dir selbst getan!

Ein weiterer Schritt besteht darin, diesen Emotionen auch Raum zu geben, das heißt, sie entstehen zu lassen und auf gesunde Weise auszudrücken – sowohl die Positiven, als auch die Negativen. Die meisten Menschen scheuen davor zurück, negativen Emotionen Raum zu geben (es ist ja auch nicht so angenehm!). Gefühle wie Angst, Ärger, Wut, Einsamkeit, Scham, Schuld, Trauer/Traurigkeit werden meist lieber unterdrückt und abgewehrt, anstatt ihnen den Platz zu geben, den sie brauchen. Dadurch verwehrst du dir jedoch auch den wichtigen Informationsgehalt, den diese Emotionen für dich bereithalten, und kannst deine Bedürfnisse nicht optimal erfüllen.

Die Verbindung zu anderen

Mit diesem verbesserten Verständnis und der größeren Akzeptanz für deine Gefühle bleibt jetzt noch der nächste Schritt: die emotionale Verbindung zu anderen Menschen aufzubauen und zuzulassen.

Ich sage an dieser Stelle bewusst „zulassen“ – denn sich für diese Tiefe an Verbindung zu öffnen kann aus verschiedenen Gründen sehr schwer fallen, auch wenn man sie sich sehnlich wünscht. Hier kommen unter anderem die Erfahrungen, Hemmungen und Ängste ins Spiel, die ich zu Beginn schon angesprochen habe. Denn abhängig davon, was du im Laufe deines Lebens über dich selbst und über Beziehungen gelernt hast, kann der Haufen an Stolpersteinen ganz schön groß sein.

Aber keine Sorge: auch daran lässt sich arbeiten! Diese Arbeit besteht vor allem darin, zu verstehen, woher diese Schwierigkeiten kommen und wie sie sich auf deine heutigen Beziehungen auswirken. Dazu kann es unter anderem hilfreich sein, einen Blick auf deine Glaubenssätze und deinen Bindungsstil zu richten.

Um mehr über deine Glaubenssätze zu lernen, kann ich dir meinen Blog Post zum Thema empfehlen. Auf die Bindungsstile möchte ich nachfolgend noch ein wenig näher eingehen.

Der Begriff der Bindungsstile (englisch: „Attachment styles“) bezieht sich auf die Art und Weise, wie wir uns binden und Beziehungen erleben. Basierend auf unseren frühkindlichen Erfahrungen mit unseren Eltern (oder Erziehungsberechtigten) bilden wir verschiedene Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster, die uns in unseren späteren Beziehungen begleiten. Den eigenen Bindungsstil zu kennen ist aus dem Grund wichtig, da es dabei hilft zu verstehen, wie wir mit anderen in Verbindung gehen können und wo unsere Stärken und Schwächen liegen. Dabei wirkt sich unser Bindungsstil auf alle Ebenen der Beziehungsbildung aus – von der Auswahl unserer Partner*innen bis hin zum Verlauf unserer Beziehungen (und auch auf ihr Ende).

So kann zum Beispiel die Tendenz, sich zu schnell zu verlieben oder die Angst vor emotionaler Nähe durch unseren Bindungsstil beeinflusst werden – und dafür sorgen, dass man immer wieder ähnliche Beziehungserfahrungen macht und die emotionale Verbindung, die man sich wünscht, einfach nicht erreicht.

Mehr über deinen Bindungsstil

Das Thema der Bindungsstile ist zu groß und zu wichtig, um ihm nur einen Teil eines Blog Posts zu widmen. Daher wirst du in der nächsten Zeit sowohl hier auf meinem Blog, als auch auf meinem Instagram Channel @metadating mehr Infos & Tipps zum Thema bekommen. Schau doch gleich mal dort vorbei (und aktiviere die Benachrichtigungen, um keine neuen Beiträge zu verpassen! 🔔)

Und falls die Neugier schon zu groß ist, kannst du dich schon mal auf der Website von The Attachment Project schlau machen und mehr über deinen Bindungsstil erfahren!

Caroline Hehenberger, Msc.

Als Dating- & Beziehungsexpertin helfe ich Menschen dabei, sich selbst und ihre Beziehungen weiterzuentwickeln und so den Dating-Frust endgültig hinter sich zu lassen. 

Mit Metadating habe ich einen Ansatz geschaffen, durch den du auf Basis psychologischer Erkenntnisse gezielt deine Selbstsicherheit steigerst, deine Stärken kennenlernst und deine romantischen Ziele erreichst.

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